Das Projekt

Während es in der Hauptstadt der Republik Moldawien einige wenige Nachtunterkünfte für Obdachlose gibt, kann sich die ca. 50 km entfernte Stadt Orhei mit keiner einzigen rühmen.

Man weiß sehr wohl um das Problem - doch im offiziell ärmsten Land Europas fehlt das Geld für Hilfsangebote.

Pfr. Sergiu Aga, Leiter des Vereins "Christliche Philantropie" und der Pfarrei "Sf. Vasile de la Poiana Mărului" geht die Situation sehr nahe - er ist es immerhin, der im Winter gerufen wird, wenn wieder mal ein Begräbnis für einen erfrorenen Obdachlosen organisiert werden muss. 

Mit Unterstützung des Coburger Vereins Fortotschka e.V., der auf 10 Jahre Erfahrung in der Obdachlosenhilfe in Rumänien zurückblicken kann, möchte der Pfarrer eine Nachtunterkunft eröffnen. Diese soll mindestens 10 Übernachtungsplätze bieten, an besonders kalten Tagen sollen auch bis zu 20 Schlafplätze angeboten werden können - zusätzlich dazu eine warme Mahlzeit am Tag und grundlegende medizinische Versorgung.

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Während die Moldauische Hauptstadt Chișinău von einer offiziellen Zahl von 400 Obdachlosen spricht, gibt es in den Nachtunterkünften Platz für gerade 150.


So unterschiedlich die Gründe für Obdachlosigkeit sein mögen, so lassen sie sich oft zwei Kategorien zuordnen: psychische Erkrankungen und Sucht. Nicht selten resultiert das eine vom anderen - Alkoholismus als Folge einer psychischen Störung oder Depression als Folge der Sucht. Aus diesem Grund ist eine Zusammenarbeit mit der psychiatrischen  Klinik der Stadt Orhei geplant. Sowohl bei der Notwendigkeit eines  Alkohol-entzugs als auch bei der Behandlung anderer psychischer Krankheiten wird die Klinik ein wichtiger Partner sein.  

Die psychischen Leiden sind oft Ursache für die Obdachlosigkeit, doch das Leben auf der Straße ist auch mit physischen Leiden verbunden. Die mangelnde Hygiene führt zu allerlei Hautproblemen, Pilzerkrankungen und infizierten Wunden. Auch hier wird die Klinik ein wichtiger Ansprechpartner sein. 

Gerade im Punkt Hygiene wird die Möglichkeit, im Sozialen Zentrum seine Kleidung zu waschen, für viele Obdachlose eine große Hilfe sein.

Die Räumlichkeiten des Sozialen Zentrums werden voraussichtlich bis zur Mitte 2020 fertig gebaut und eingerichtet sein - die Finanzierung hierfür ist fast sichergestellt. 

Die eigentliche Herausforderung werden die Unterhaltskosten des Projektes sein - hier benötigt Pfarrer Sergiu Aga Hilfe.

Die vom Pfarrer Aga geplante Nachtunterkunft ist nicht nur ein Akt der Nächstenliebe, sondern gerade im Winter absolut lebensrettend!

© Arkadiusz Paluszek 2019, flori-software UG (haftungsbeschränkt)